Unternehmenswert durch KGV ermitteln

23. Februar 2010 – 21:22

Unter KGV versteht man das Kurs-Gewinn-Verhältnis eines Unternehmens. Berechnet wird er wie folgt: Kurs der Aktien geteilt durch den Gewinn pro Aktie. Beispiel: Die Aktie eines Unternehmens notiert an der Börse einen Wert von 50 Euro und die Gewinne betragen pro Aktie 2,50 Euro. Für das Unternehmen errechnet sich hiermit ein KGV von 20.

Diese Methode lässt sich jedoch nur bei großen und stabilen Unternehmen zuverlässig anwenden, da sie weniger Wachstums-Schwankungen unterliegen. Alternativ kann das KGV bestimmt werden, indem man den Marktwert eines Unternehmens durch den Jahresgewinn teilt. Das dabei ermittelte KGV zeigt dann an, wie oft der Gewinn pro Aktie im Kurs enthalten ist. Durch die KGV-Zahl wird deutlich, welchen Wert ein Unternehmen aktuell an der Börse hat. Das heißt: Bei einem niedrigen KGV wird das Unternehmen vergleichsweise niedrig bewertet, bei einem hohen KGV entsprechend hoch. Die Schätzung sollte allerdings immer mit einem mittleren bzw. durchschnittlichen KGV ermittelt werden und damit die letzten Jahre mitberücksichtigen.
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Merksatz: KGV ist gleich Aktienkurs, geteilt durch Gewinn pro Aktie.
Um in Value-Aktien zu investieren, ist ein Blick auf das Kurs-Gewinn-Verhältnis unerlässlich, da das KGV die gängigste Bewertungskennzahl für Aktien ist.

Niedriges KGV – gut oder schlecht?!

Wenn eine Aktie durch einen niedrigen KGV günstig bewertet wird, ist das nicht zwingend ein Kaufargument. Die Value-Strategie verfolgt das Ziel, unterbewertete Unternehmens-Aktien mit einem hohen Kurs-Potential zu kaufen und über einen langen Zeitraum hinweg zu halten. Ein Unternehmen mit einem niedrigen KGV hat auch ein verhältnismäßig niedriges Kurs-Potential. Dafür gibt es verschiedene Gründe, wie zum Beispiel folgende:

Gründe gegen einen Kauf bei niedrigem KGV: Das Unternehmen

  • hat eine geringe- Umsatz sowie Gewinndynamik,
  • verfügt über geringe bzw. erschöpfte Ressourcen, z.B. im Rohstoff-Sektor,
  • hat viele laufende Klagen am Hals, welche die Gewinnaussichten belasten,
  • im Falle eines Mischkonzerns wird oft mit einem Abschlag gehandelt und
  • bei einer geringen Wachstumsaussicht wird das Unternehmen mit einem geringen KGV bewertet.

Wann sollte man Aktien eines Unternehmens kaufen? Was ist zu beachten?

Wenn Sie auf ein Unternehmen mit geringem Kurs-Gewinn-Verhältnis stoßen, dann prüfen Sie es genau! Schauen Sie sich im Konkurrenzumfeld um. Gibt es Mitbewerber des Unternehmens? Im nächsten Schritt sollten Sie das KGV der direkten Mitbewerber prüfen. Wie schätzen Sie bzw. Experten die Wachstums- und Gewinnaussichten innerhalb dieser Branche allgemein und speziell dieses Unternehmens ein? Hat das Unternehmen mit Klagen zu kämpfen? Wenn Sie auf diese Punkte eine positive Antwort haben, dann empfiehlt sich ein Kauf von Aktien-Anteilen des Unternehmens trotz eines niedrigen KGV. Dennoch sollten Sie nicht alles auf die KGV-Karte setzen, sondern in Ihre Kaufentscheidung weitere messbare Auswahlkriterien und Strategien einfließen lassen.

GeVestor meint: Wer langfristig und sicher investieren möchte, liegt mit Aktien bei aller Skepsis richtig. Wichtig nur: hin und her kostet Gebühren und Nerven und bessert die Performance im Durchschnitt nicht auf. Bei der Value-Strategie wird grundsätzlich in Top-Qualität zu einem günstigen Preis investiert. Diese Aktien werden dann meist über viele Jahre gehalten, um eine entsprechend hohe Rendite zu erzielen.

Quelle: http://www.gevestor.de und http://www.gevestor.tv

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